Autor: Alex Suderman

  • In den letzten Wochen sind Menschen seit 1972 wieder mit der Artemis-II-Mission zum Mond geflogen. Die Bilder, die sie fotografiert haben, waren erstaunlich.

    Durch Wissenschaft und Technik haben wir eine neue, größere Perspektive auf die Welt gewonnen. Wir können die ganze Welt wirklich auf einen Blick sehen. Das erfüllt uns mit Wundern und Staunen.

    Artemis II startbereit

    Wenn ich die Bilder von Erde und dem Weltraum anschaue, denke ich nicht nur über die Wissenschaft und Technik von Menschen nach, die das möglich gemacht habe, sondern auch die Wunder der Schöpfung.

    Die Existenz der Schöpfung – und unsere darin – ist ein Wunder.

    Die Wissenschaft hat uns viel über die Natur gelehrt, aber wie die Natur letztlich entstanden ist und warum, das hat sie noch nicht vollständig erklärt. In unserer sekulären Welt bleibt die Schöpfungsgeschichte für mich die überzeugendste und bedeutsamste Antwort auf unsere Existenz.


    Der Schöpfer schafft die Schöpfung

    Der Geist Gottes als Quelle der Schöpfung

    Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. (1 Mose 1,1-2)

    Wenn wir die Schöpfungsgeschichte in 1. Mose lesen, ist es hilfreich, den kulturellen Kontext zu verstehen. Zum Beispiel: Als Israel im Exil war, wurde es mit der babylonischen Weltanschauung konfrontiert.

    Dort entsteht die Welt durch einen Krieg der Götter. Marduk, der Hauptgott, besiegt seine Mutter Tiamat und verwendet ihren Körper als Material für die Welt. Das bedeutet: Die Schöpfung entsteht aus Gewalt und Chaos (sehe Enuma Elisch).

    In der Bibel haben wir dagegen ein ganz anderes Bild.

    In den ersten Worten der Bibel gibt es ein interessantes Bild vom Zustand der Schöpfung. Es heißt, dass die Erde wüst und leer war und Finsternis auf der Tiefe lag. Es ist ein Bild eines geheimnisvollen Urchaos. Es wirkt wie ein „Nichts“.

    Aber es gibt kein „Nichts“. Der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Dieses Wüste und Leere bleibt in Erwartung, dass etwas aus dem „Nichts“ hervorgebracht wird. Der Geist Gottes schwebt über diesem Meer des Urchaos.

    Die Schöpfung durch das Wort Gottes

    Wie ist die Schöpfung entstanden? Sie ist durch das Wort Gottes entstanden. Das ist weshalb die Schöpfung ein Wunder ist.

    Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. (1 Mose 1,3)

    Gott sprach, und es wurde Licht. Das Licht ist von Anfang an da, und es kommt aus Gottes Wort. Das Wort bringt Ordnung ins Chaos durch Licht. Und das Licht war gut.

    Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. (Johannes 1,1-3)

    In dem neue Testament ist das Wort Gottes tief verbunden mit Jesus und der Inkarnation. Das Wort, das Gott war, wurde Fleisch. Das herrliche Licht von Gott ist in Jesus Christus verkörpert. Gott hat der Welt und das Universums durch Christus gemacht.

    Ein hilfreiches Bild, um Gott als Dreieinigkeit zu verstehen, ist die Sonne. Gott, der Vater, ist die Quelle des Lichts. Jesus, der Sohn, ist das Licht. Und der Heilige Geist ist die Wärme.

    Durch Vater, Sohn und Geist ist die Welt – und alles Leben – ins Dasein gekommen.

    Die Schönheit in der Natur

    Was wir im Rest der Geschichte lesen, ist die Entfaltung der Schöpfung durch das Wort (1. Mose 1,3–25). Alles, was Gott macht, wird als „gut“ bestätigt. Im Gegenteil von der babylonischen Perspektive ist die Schöpfung von Gottes Wort geschaffen worden.

    Ich glaube nicht, dass es hilfreich ist, sich an der Frage festzubeißen, ob Gott das nun in sechs buchstäblichen Tagen getan hat oder nicht. Darum geht es in dem Text gar nicht. Er widerlegt die Evolutionstheorie weder, noch bestätigt er sie. 

    Im Gegensatz zu einer rein sekulären Sichtweise der Evolution besagt der Text, dass es einen Gott gibt, der hinter der Schöpfung steht und sie in seiner Weisheit und Macht erschaffen hat. Die Schöpfung hat einen tieferen Sinn und Zweck.

    Im Gegensatz zur heidnischen Weltanschauung dennoch hat Gott die Welt durch sein Wort erschaffen. In dieser Schöpfungsgeschichte sehen wir Schönheit, Ordnung, beständige Rhythmen und Vielfalt. Es ist nichts aus Chaos und Gewalt entstanden.


    Was können wir tun?

    Die Natur schätzen und von ihr lernen

    Diese Geschichte und das Verständnis des Schöpfers bilden die Grundlage für Wissenschaft und Technik. Der Grund dafür ist, dass die Schöpfung geordnet ist und inneren Gesetzen folgt, die erforscht werden können.

    Ich und ein Freund bei einer Wanderung in der Heide (2025)

    Das ist etwas, dass ich von Deutschen gelernt habe. Jedes Jahr gehe ich auf eine Wanderung mit einem Freund in den unterschiedlich Ort innerhalb Deutschlands. Vom Rhein zum Sauerland. Wir erkunden die Natur, die Dörfer. Er ist auch ein Wissenschaftler und ich habe viel von ihm über die Nature gelernt.

    Ein Leben von Anbetung

    Als Antwort auf die Schöpfungsgeschichte können wir ein Leben der Anbetung und Dankbarkeit führen. Die Schöpfung selbst ist Gottes Tempel, und wir sind Priester darin.

    Aber es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. (Johannes 4,23)

    Ohne Gott ist unser Leben wüst und leer. Wir sind in der Finsternis. Aber der Heilige Geist schwebt über uns. Neue Schöpfung kann in uns entstehen. Gott spricht sein Wort in Jesus Christus, und ein neues Licht in uns macht alles neu.

    Wenn du bereit bist, deinem echten Schöpfer zu begegnen, bete mit uns.


    Vater im Himmel, du bist mein Schöpfer, der mich erschaffen hat und mich liebt. Danke für die Schöpfung. Danke für das Leben.

    Jesus, ich glaube, dass du, das Wort Gottes, gesandt warst, um Licht in meinem Leben zu bringen. Du bist für mich gestorben, um mich mit Gott zu versöhnen.

    Heilige Geist, ich glaube, dass du mir nahe bist und über meinem Gefühl von Leere und Gebrochenheit schwebt. Ich brauche dich.

  • Glaube trotz Zweifel

    Heutzutage scheint es für viele Menschen nahezu unmöglich, dass Wunder überhaupt geschehen könnten – geschweige denn, dass man an die Auferstehung glauben sollte.

    Gerade hier in Deutschland gibt es eine lange theologische Tradition, in der Denker wie Rudolf Bultmann versucht haben, zu einem „modernen“ Verständnis des christlichen Glaubens zu gelangen – einem Verständnis, das keine Wunder und keine tatsächliche Auferstehung mehr voraussetzt.

    „Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben. Und wer meint, es für seine Person tun zu können, muß sich klar machen, daß er, wenn er das für die Haltung des christlichen Glaubens erklärt, damit die christliche Verkündigung in der Gegenwart unverständlich und unmöglich macht“ (Neues Testaments und Mythologie, 18).

    In meiner Masterarbeit, in der ich das Johannesevangelium untersucht habe, habe ich auch Bultmanns Kommentar gelesen. Darin versucht er, den mythologischen Hintergrund des Evangeliums zu erklären, ausgehend von der Annahme, dass die Wunder – insbesondere die Auferstehung – nicht wirklich stattgefunden haben.

    Warum glauben wir in einer Zeit der Skepsis immer noch daran, dass die Auferstehung nicht nur ein christlicher Mythos ist, sondern wirklich stattgefunden hat?


    Die Zeugen der Auferstehung

    Rudolf Bultmann war nicht die erste Person, die an der Auferstehung Jesu zweifelte. Auch Thomas, einer der Jünger Jesu, ist ein bekanntes Beispiel dafür.

    Doch Thomas zweifelte: »Das glaube ich nicht! Ich glaube es erst, wenn ich seine durchbohrten Hände gesehen habe. Mit meinen Fingern will ich sie fühlen, und meine Hand will ich in die Wunde an seiner Seite legen.« (Johannes 20,25)

    Im Johannesevangelium spielt Thomas eine größere Rolle als in den anderen Evangelien. Er bringt vieles durch Fragen zur Sprache und wirkt dabei selbst ein wenig skeptisch (sehe Johannes 11,18 und 14,5).

    Was war das Zeichen, das Gott Thomas gegeben hat, und was bedeutet es?

    Das Leere Grab

    Zuerst gibt es das leere Grab (Johannes 20,1-10).

    Wurde der Leichnam Jesu gestohlen? Wurde er weggebracht? Oder hat Gott Jesus wirklich von den Toten auferweckt? Den Autoren der Evangelien waren bewusst, dass dies Anlass zu Zweifeln geben würde, und sie gingen sofort darauf ein. Das leere Grab ist ein Zeugnis. Karl Barth zufolge…

    „Das leere Grab kann gewiss nicht als ‚historischer‘ Beweis dienen … aber es ist in der Tat eine unverzichtbare Begleiterscheinung der Bezeugung, dass Jesus von den Toten auferstanden ist“ (Kirchliche Dogmatik, IV, 341).

    Was macht das leere Grab von Jesus möglich?

    Wenn Gott wirklich existiert, ist alles möglich. Gott kann in die Geschichte eingreifen. Gott ist ein Gott der Wunder. Er hat die Welt und ihre physikalischen Gesetze erschaffen.

    Gegen Bultmann können Die Welt der modernen Wissenschaft und die Welt der Wunder durchaus nebeneinander existieren. Gott respektiert diese Gesetze und handelt im Rahmen dieser Gesetze, weil er sie selbst geschaffen hat. Es gibt jedoch Zeiten, in denen Gott eingreift. Er tut dies aus einem ganz bestimmten Heilsplan heraus.

    Das Zeugnis der Jünger

    Zweitens besteht das Zeugnis der Jünger (Johannes 20,11-23). Das leere Grab ist ein Aspekt des Zeugnisses, aber das reichte nicht aus. Er selbst erschien den Jüngern ganz persönlich.

    Können wir dem Zeugnis der Jünger vertrauen? Ist das der Anfang einer mythologischen Erfindung? Interessant ist jedoch: Wenn Jesus nicht von den Toten auferstanden wäre, welchen Grund hätten sie dann gehabt, das zu erfinden?

    Laut einem anderen NT-Forscher, N. T. Wright, gab es andere messianische Bewegungen des ersten Jahrhunderts, Menschen, die Männern folgten, die behaupteten, der Messias zu sein. Aber die Römer kreuzigten auch sie, und ihre Bewegung verlief im Sande.

    Die Realität ist: Die Jünger hatten Angst. Sie alle hatten erwartet, dass Jesus ein Messias wie David sein und die Römer vertreiben würde, aber er starb. Sie alle, besonders Petrus, verleugneten Jesus. Nach seinem Tod sehen wir, wie sie sich in einem Raum versteckten. Sie fürchteten um ihr Leben. Es muss wirklich etwas passiert sein, das sie zu solcher Kühnheit inspiriert hat. 

    Die Wunden von Jesus

    Drittens hat Jesus ihm seine Wunden gezeigt (Johannes 1,24-29). Thomas musste Jesus selbst erleben. Das Zeugnis der anderen Jünger reichte ihm nicht. Jesus kannte Thomas’ Zweifel und ging auf ihn ein, so wie er gerade war. 

    Dann wandte er sich an Thomas: »Leg deinen Finger auf meine durchbohrten Hände und sieh sie dir an! Gib mir deine Hand und leg sie in die Wunde an meiner Seite! Zweifle nicht länger, sondern glaube!« Thomas antwortete: »Mein Herr und mein Gott!«  (Johannes 10,27-28)

    Warum hat sich Jesus Thomas gegen so verhalten? Weil er Thomas geliebt hat. Gott ist ein beziehungsorientierter Gott der Liebe. Er hat eine echte Beziehung mit Thomas gewollt.

    Diese Geschichte bestätigt, dass Jesus, der Gekreuzigte, wahrhaftig der Messias ist. Er ist für unsere Sünde gestorben. Die Auferstehung bezeugt Jesus als Würdig für unsere Erlösung. Und er hat das getan, weil der Vater uns geliebt hat.

    In der Reaktion darauf gibt Thomas das deutlichste Bekenntnis zu Jesus als dem fleischgewordenen Wort, als dem Mensch gewordenen Gott.

    Interessanterweise wurde Thomas zu einem einflussreichen Apostel Christi. Der Überlieferung zufolge reiste er bis nach Indien, um dort das Evangelium zu verkünden. Tatsächlich gibt es heute in Indien Kirchen, die behaupten, ihren Ursprung in der Missionsarbeit von Thomas zu haben.


    Die Auferstehung für uns heute

    Glaube trotz Zweifel

    Zuerst sind Zweifeln kein Hindernis für Glaube. Der Herr ist groß genug für unsere Zweifel. Der Glaube ist größer als unsere Zweifel. So wie Jesus Thomas gnädig war, so ist er auch uns gnädig. Er möchte uns segnen, wenn wir im Glauben zu ihm kommen. 

    Vielleicht befinden wir uns in einer ähnlichen Lage wie Bultmann. Wir lieben die Geschichte von Jesus. Aber wir kämpfen mit Zweifeln daran, ob das, was die Bibel sagt, im historischen Sinne wirklich wahr ist. Wir wollen nicht getäuscht werden. Wie Thomas wollen wir die Wahrheit. Wir wollen, dass das, woran wir glauben, echt ist. Jesus kommt zu uns in unseren Zweifeln und spricht uns Frieden zu. Er ist größer als unsere Zweifel.

    Wo hast du Fragen oder Zweifel? Bringt eure Fragen und Zweifel mit. Jesus kann zu uns sprechen, genau dort, wo wir gerade stehen.

    Jesus offenbart sich

    Zweitens ist Christlicher Glaube persönlich. Vielleicht sind wir offen für den Gedanken, dass Gott existiert. Vielleicht gefällt uns die Vorstellung von Jesus. Aber sind wir Jesus begegnet? Haben wir persönlich im Glauben auf Jesus reagiert?

    Was mich persönlich überzeugt hat, waren nicht unbedingt Argumente für oder gegen die Existenz Gottes oder Argumente für die wundersame Auferstehung Jesu. Sondern es war eine Begegnung mit Jesus selbst. Der Schritt des Glaubens besteht bei mir darin, diesen Schritt zu tun: Ich bin bereit zu glauben. Ich bin bereit, mich hinzugeben.

    Kennst du Jesus als Idee oder persönlich? Jesus kann uns zu einem lebendigen Glauben und einer persönlichen Beziehung zu ihm führen.

    Eine neue Art von Frieden

    Drittens bringt der auferstandene Jesus Frieden. Wo brauchst du diesen Frieden heute? Wann immer der auferstandene Jesus seinen Jüngern begegnete, begrüßte er sie mit den Worten: „Friede sei mit euch!“

    Jesus ist gekommen, um uns einen Frieden zu schenken, den unsere zerbrochene Welt nicht kennt. Was wir in diesen Auferstehungsgeschichten sehen, ist, dass Jesus immer in Frieden kommt.

    »Dies alles habe ich euch gesagt, damit ihr durch mich Frieden habt. In der Welt werdet ihr hart bedrängt, aber lasst euch nicht entmutigen: Ich habe diese Welt besiegt.« (Johannes 16,33)

    Wir, die wir den Frieden Gottes in Jesus Christus erfahren haben, können nur Zeugnis davon ablegen und sagen, dass Gott uns einen Frieden schenken kann, der uns in einer zerbrochenen und unbeständigen Welt Halt gibt. Jesus ist gekommen, um uns einen Frieden zu schenken, den unsere zerbrochene Welt nicht kennt.


    Vater, danke, dass du Jesus von den Toten auferweckt hast, um Frieden mit der Welt zu schließen.

    Trotz meiner Zweifel setze ich mein Vertrauen auf Jesus und vertraue auf die Kraft der Auferstehung.

    Ich habe den Frieden Gottes empfangen, der anders ist als der Frieden der Welt.